Soziale Arbeit dual

Das Herz hängt an der Frühförderstelle

Porträt von Nina Richter

Foto:privat

Ihre Oma hat zu ihr gesagt: Tu was für deine Bildung. Also hat sich Nina Richter (24) nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin entschieden, noch dual zu studieren: Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) und bei der Lebenshilfe Ansbach.

Im Familienzentrum „Kinder im Mittelpunkt“ (KIM) der Lebenshilfe in Feuchtwangen gibt es auch Krippe und Kindergarten. Kein Wunder, dass Nina Richter als gelernte Erzieherin die Kolleginnen dort gerne unterstützt, wenn es sich ergibt. Jetzt, wo sie Soziale Arbeit studiert, ist sie in ihren Praxisphasen aber hauptsächlich in der Frühförderstelle im Einsatz, außerdem in der Schulvorbereitenden Einrichtung und Heilpädagogischen Tagesstätte.

Im sozialpädagogischen Fachdienst arbeitet sie mit Kindern, die überwiegend zwischen 3 und 6 Jahre alt sind. Sie macht Einzelförderung, wird im nächsten Semester aber auch eine Gruppe betreuen. Die Kinder sind beispielsweise sozial auffällig, unterdurchschnittlich intelligent oder tun sich schwer, ihre Emotionen zu regulieren. „Meine Kolleginnen und ich spielen Brettspiele mit den Kindern, um Frustrationstoleranz zu üben. Das Puppenhaus ist ein gutes Instrument, um Motorik und Sprache
der Kinder zu schulen, aber auch soziale Interaktion“, erklärt Nina Richter. Im Vorfeld plant sie die Einheiten und bereitet sie vor, im Nachgang dokumentiert sie und schätzt in Berichten ein, wer weiteren Förderbedarf hat.

Praxispartner selbst gesucht

Bislang macht sie alles unter Anleitung einer Sozialpädagogin – die Voraussetzung dafür, dass sie später selbst als Sozialarbeiterin tätig werden darf. „Ich mache keine Ausbildung parallel zum Studium, sondern angeleitete Praxisphasen im heilpädagogischen Bereich“, sagt sie. Nina Richter gehört zum ersten Jahrgang, der Soziale Arbeit dual an der EVHN studiert. Insgesamt sind sie zu zehnt. Das KIM hat sie sich selbst als Arbeitsstelle gesucht und die Lebenshilfe Ansbach als Praxispartner für ihr duales Studium ins Boot geholt. „Ich war auch mit einer privaten Hochschule in Kontakt. Als ich aber mit dem Studienkoordinator der EVHN über meine Pläne gesprochen habe, war da viel Offenheit. Ich habe mich sofort aufgenommen gefühlt“, erzählt sie.

Mehr Kinder, mehr Verantwortung

Die Seminare an der Hochschule machen ihr Spaß. In den ersten beiden Semestern ging es um sozialen Zusammenhalt und soziale Arbeit in Gruppen, aber auch um Ethik und Recht, Pädagogik, Psychologie und Soziologie. „Mich hat Recht zum Beispiel total interessiert“, sagt sie. „Vor allem, als es um die Feinheiten bei den Sozialleistungen und beim Bürgergeld ging.“

In den kommenden Semestern wird es um das Individuum, den Sozialraum und Gesellschaft gehen, aber auch um Forschung und Organisation. Und Nina Richter wird auch andere Standorte der Lebenshilfe kennenlernen, zum Beispiel in Rothenburg ob der Tauber. „Wenn alles klappt, werde ich nach dem Studium in der Frühförderstelle bleiben, mehr Kinder und mehr Verantwortung übernehmen“, sagt sie.

Info

Studiengang: Soziale Arbeit
Unternehmen: Lebenshilfe Ansbach
Hochschule: Evangelische Hochschule Nürnberg
Dauer: 8 Semester
Abschluss: Bachelor of Arts
Studienmodell: praxisintegrierend