Info
Studiengang: Informatik
Unternehmen: Bundesagentur für Arbeit
Hochschule: Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Dauer: 7 Semester
Abschluss: Bachelor of Science
Studienmodell: praxisintegrierend
Foto: Robert Hübschmann
Nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) wollte Alexander Lorenz noch tiefer in die Welt der Einsen und Nullen eintauchen. Jetzt beschäftigt sich der 23-Jährige im dualen Informatik-Studium auch mit Künstlicher Intelligenz.
So richtig spannend wurde das Informatikstudium für Alexander erst im 3. Semester. Binäres Rechnen, die Logik von Datenstrukturen – all das kannte der 23-Jährige schon von seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. „Die Ausbildung war genau richtig. Aber dann konnte ich mir nicht vorstellen, 40 Jahre lang so weiterzumachen. Ich wollte mich intensiver fachlich austauschen, früher Verantwortung für eigene IT-Projekte übernehmen“, erzählt er.
Mit einem Informatik-Bachelor sieht er sich dafür später bestens gerüstet. „Im Studium bekommt man einen deutlich breiteren
Horizont“, ist er sich sicher. Vor allem die neuen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) reizen ihn. Deshalb hat er ab
dem 3. Semester seinen Fokus darauf gelegt. „Bis zu meinem Abschluss werde ich mich weiter mit Datenfusion beschäftigen – und damit, wie man KI trainiert. Perfekt, dass es hier an der TH Nürnberg das KI-Zentrum gibt.“
Aktuell ist Alexander im 4. Semester, in seinem Fall das Praxissemester. Das absolviert er bei seinem „alten“ Arbeitgeber, dem IT-Systemhaus der BA. Sein Team hat er nämlich nicht verlassen. Er studiert Informatik im praxisintegrierten Modell. Das heißt, in den vorlesungsfreien Zeiten arbeitet er weiterhin mit den Kolleg:innen, die er aus der Ausbildung kennt. „Das Team ist super. Auch deshalb habe ich mich dazu entschieden, dual zu studieren.“
Dennoch musste Alexander das ganz normale Bewerbungsverfahren durchlaufen: über ein Portal Lebenslauf und Zeugnisse einreichen, ein Vorstellungsgespräch und einen Test durchlaufen. „Der war ganz schön knackig, ich musste mich schon sehr gut vorbereiten. Viel Mathe war dabei“, erinnert er sich. Auch an der TH Nürnberg musste er sich, wie alle anderen auch, bewerben. Die Informatik hat dort einen NC, je nach Anzahl der Bewerber:innen zwischen 2,0 und 3,0.
Für Alexander war diese Hürde kein Problem. Er ist froh, dass er 2024 gleich mit dem Studium loslegen konnte. Vom ersten Tag an änderten sich auch seine Aufgaben im Team. „Derjenige, der seitens der BA im Studium auf mich aufpasst, gibt mir Spezialaufträge, die auch mal länger dauern können. Eine große Dokumentation einer Softwarearchitektur, eine Eigenentwicklung,
so was“, schildert er.
Jetzt im Praxissemester arbeitet er aber im Regelbetrieb mit und programmiert, wie vorher auch, an Anwendungen für mobile Geräte. „Ich implementiere gerade einen Dokumentenscanner für unsere App, über die unsere Kunden zum Beispiel Nachweise für einen Antrag auf Arbeitslosengeld abfotografieren und hochladen können. Das hat bisher nicht gut funktioniert, weil diese Scans immer recht groß waren“, berichtet er.
Als besonders stressig empfindet er die Doppelbelastung von Arbeit und Studium nicht – mit einer Einschränkung. „Die Klausurphase ist schon anstrengend, deshalb sollte man sich gut überlegen, wie viele Module man pro Semester wählt. Da muss man einfach ein gutes Gefühl für sich selbst haben“, gibt er anderen als Rat mit auf den Weg.
Sieben Semester dauert das Studium. In der gesamten Zeit bekommt er eine monatliche Vergütung von 1.925 Euro. „Davon kann ich gut leben.“ Ob er nach dem Bachelor noch einen Master dranhängt, weiß er noch nicht. „Das entscheide ich spontan. Wenn ich dann Lust drauf habe, mache ich es.“