Heimat für Kreative
Foto: Christine Blei
Dieser Claim drückt aus, wofür die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) steht. Im Interview spricht ihr Geschäftsführer Dr. Thomas Koch über Vorzüge, starke Branchen, Karriereoptionen für junge Menschen und die hohe Lebensqualität.
dipolo: Herr Koch, welche Vorteile bietet die Metropolregion Nürnberg jungen Menschen, die hier leben, studieren und
arbeiten wollen – auch im Vergleich zu Großstädten wie Berlin
oder München?
Thomas Koch: Berlin oder München wirken auf den ersten Blick möglicherweise schillernder. In die Metropolregion Nürnberg verliebt man sich vielleicht erst auf den zweiten Blick. Nicht, weil unsere Rahmenbedingungen nicht mindestens genauso attraktiv wären, sondern weil wir mit unseren Vorzügen fränkisch-bescheiden umgehen. Hier können wir gerne etwas mutiger werden!
dipolo: Herr Koch, welche Vorteile bietet die Metropolregion Nürnberg jungen Menschen, die hier leben, studieren und
arbeiten wollen – auch im Vergleich zu Großstädten wie Berlin
oder München?
Thomas Koch: Berlin oder München wirken auf den ersten Blick möglicherweise schillernder. In die Metropolregion Nürnberg verliebt man sich vielleicht erst auf den zweiten Blick. Nicht, weil unsere Rahmenbedingungen nicht mindestens genauso attraktiv wären, sondern weil wir mit unseren Vorzügen fränkisch-bescheiden umgehen. Hier können wir gerne etwas mutiger werden!
dipolo: Dann gerne ganz unbescheiden: Was ist denn so attraktiv an der Region?
Thomas Koch: Sie ist eine unglaublich lebenswerte und dynamische Region, die wächst. Es gibt ein breites Portfolio an Bildungsmöglichkeiten in Form von Ausbildungsbetrieben, Hochschulen oder hochschulnahen Einrichtungen wie den Max- Planck und Fraunhofer-Instituten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in vielerlei Hinsicht attraktiv, ebenso die enge Verzahnung zwischen Stadt und Land, die unmittelbare Nähe der Natur. Wenn ich aus dem Fenster meines Büros in der Nürnberger Altstadt blicke, sehe ich im Osten gleich den Moritzberg. Der öffentliche Nahverkehr ist auch gut ausgebaut. Wir können komfortabel pendeln. Das ist ein echter Pluspunkt in puncto Lebensqualität. Und die Region ist resilient.
dipolo: Worin drückt sich diese Resilienz aus?
Thomas Koch: Sie hat einige wirtschaftliche Krisen erlebt – und überstanden. Sie hat sich immer wieder neu erfunden. Das ist darauf zurückzuführen, dass sie breit und divers aufgestellt ist: Es herrscht nicht nur eine homogene Branche vor, sondern eine Vielzahl an starken Wirtschaftszweigen. Es gibt Großkonzerne, mittelständische Betriebe, kleine Unternehmen, Start-ups – auch Hidden Champions, die eine Nische global sehr erfolgreich besetzen. Alle Städte und Landkreise haben in diesen Kategorien etwas zu bieten. So kann jede und jeder entscheiden, wo sie oder er sich wohlfühlt.
dipolo: Das heißt, junge Menschen finden hier auch gute Karrieremöglichkeiten vor?
Thomas Koch: Absolut.
dipolo: Welche Branchen bieten denn besonders gute Chancen?
Thomas Koch: Zu den Wachstumsbranchen zählen beispielsweise Energie, IT und Medizintechnik – Stichwort „Medical Valley“. Gerade die IT-affine Digitalbranche lebt von den Synergien zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Nicht ohne Grund gibt es seit 14 Jahren das Nürnberg Digital Festival. Digitalisierung hat wiederum viele Schnittstellen zu allen Branchen. In diesen und natürlich auch anderen Bereichen, die sich gegen den Trend positiv entwickeln, bestehen gute Chancen für Auszubildende, dual Studierende und Berufseinsteiger:innen.
dipolo: Wenn Sie noch einmal 18 Jahre alt wären, wie würden Sie heute beruflich durchstarten?
Thomas Koch: Das duale Studium mit seiner Mischung aus Theorie und Praxis finde ich sehr interessant. Hätte ich dieses Modell damals gekannt, hätte ich es mir überlegt. Rückblickend sehe ich auch mein Studienjahr im Ausland als sehr bereichernd an. Das kann ich nur empfehlen. Überhaupt finde ich, dass es mit 18 Jahren wichtig ist, sich auszuprobieren, also nicht nur rein auf Karrierepfade zu fokussieren, sondern in die persönliche Entwicklung zu investieren. Am Ende geht es immer um fachliche und persönliche Stärken. Die Mischung macht’s.