Wirtschaft

Guter Mix aus Kommuni­kation und Analyse

Tiefe Einblicke in die Finanzwelt erhält Sarah Stubbe bei der Sparkasse KölnBonn. Ihre ersten Schritte dort machte die 26-Jährige in einem dualen Studium, für das sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolvierte und gleichzeitig an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Betriebswirtschaftslehre (BWL) studierte.

  • Im Bereich Firmenkundengeschäft unterstützte die duale Studentin ihre Kollegen am Telefon oder vor Ort in den Unternehmen. | Foto: Heiko Specht
  • Das große Plus eines dualen Studiums sieht Sarah Stubbe darin, theoretisches Wissen direkt praktisch anwenden zu können. | Foto: Heiko Specht
  • Um Kunden umfassend beraten zu können, musste sich die Bankkauffrau zunächst in die Produktpalette der Sparkasse einarbeiten. | Foto: Heiko Specht

Im Gespräch mit Kunden muss man schnell denken und handeln – das war eine der ersten Erfahrungen, die Sarah Stubbe in ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau in einer Sparkassen-Filiale in ihrer Heimatstadt Köln machte: „Der Kunde steht vor dir, da kannst du nicht ewig im System herumsuchen oder bei Kollegen nachfragen. Er erwartet zu Recht, dass sich der Mitarbeiter mit den Produkten der Sparkasse auskennt und zügig eine qualifizierte Auskunft geben kann.“

Deshalb hieß es für die junge Frau gleich zu Beginn, sich in die Produktpalette einzuarbeiten und recht bald eigenständig Kundengespräche zu führen – zunächst im Kasse-Service-Bereich am Schalter, anschließend als Kundenberaterin im Büro. „Ich war in drei Geschäftsstellen als Kundenberaterin im Einsatz, um verschiedene Kunden und Kollegen kennenzulernen. Zudem übernahm ich mit der Zeit immer anspruchsvollere Anfragen“, erzählt sie. Eine weitere Station war der Bereich Firmenkundengeschäft in der Hauptstelle der Sparkasse KölnBonn in der Domstadt: „Hier unterstützte ich die Kollegen am Telefon oder vor Ort in den Unternehmen. Das war sehr vielseitig, zumal unsere Finanzprodukte in diesem Bereich komplex sind.“

Anstrengend, aber lohnenswert

Nach einem halben Jahr in der Ausbildung startete Sarah Stubbe parallel ins erste von sieben Semestern ihres BWL-Studiums an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Campus Rheinbach. „Montags bis freitags arbeitete ich in der Sparkasse, samstags war ich an der Hochschule und sonntags wiederholte ich den Stoff – das war natürlich anstrengend“, räumt die duale Studentin ein. Aber: „Ich wollte nach dem Abitur in die Praxis und gleichzeitig studieren. Durch mein duales Studium konnte ich bei der Sparkasse viele Abteilungen kennenlernen und im Studium mein Fachwissen vertiefen – das ist den Aufwand meiner Meinung nach allemal wert.“ Zudem erhielt sie durchgehend eine Ausbildungsvergütung.

Durch mein duales Studium konnte ich bei der Sparkasse viele Abteilungen kennenlernen und im Studium mein Fachwissen vertiefen.

Sarah Stubbe

In den ersten Semestern wurden vor allem Grundlagen der BWL behandelt, hinzu kamen Fächer wie Finanzmathematik, Marketing und Controlling. „Im Controlling beispielsweise geht es unter anderem darum, die Ertragslage des Unternehmens zu analysieren, also wie viel Gewinn und Verlust an welchen Stellen gemacht wird. Außerdem wird strategisch geplant, wie sich das Unternehmen entwickeln soll – der Erfolg dieser Pläne wird ebenfalls im Controlling überprüft“, erklärt Sarah Stubbe.

Im fünften Semester entschied sich die 26-Jährige für zwei Vertiefungen: Wirtschaftspsychologie und Economics. „In der Bank dreht sich vieles um Zahlen und Fakten, daher fand ich es interessant, in der Wirtschaftspsychologie einen anderen Blickwinkel kennenzulernen. Als ich während meiner Ausbildung in die Unternehmenskommunikation hineinschnupperte, kam mir dieses Wissen zugute bei Fragen wie ‚Kommt unsere Werbung beim Kunden an?‘“, sagt sie. Economics dagegen dreht sich um Themen wie Statistik und Volkswirtschaftslehre.

Wissen direkt anwenden

Das theoretische Wissen direkt anwenden zu können, ist aus Sicht von Sarah Stubbe der große Pluspunkt des dualen Studiums. Dazu zählen auch die Inhalte der Berufsschule, die sie für ihre Ausbildung in mehreren, je rund sechswöchigen Blöcken besuchte. „An der Berufsschule beschäftigten wir uns hauptsächlich mit Bankbetriebslehre. Die Inhalte waren also sehr spezifisch auf Produkte von Banken ausgerichtet, etwa Kredite oder Wertpapiere“, sagt sie. Nach zweieinhalb statt den regulären drei Ausbildungsjahren legte sie erfolgreich die IHK-Abschlussprüfung zur Bankkauffrau ab.

Danach arbeitete die duale Studentin aber weiterhin in ihrem Ausbildungsbetrieb, etwa in der Abteilung „Treasury“, wo es um den Geld- und Devisenhandel der Sparkasse selbst geht. „Das war eine neue Welt für mich, denn hier hatte ich nicht mehr mit Kunden, sondern mit anderen Banken und Finanzinstituten zu tun. In dieser Abteilung absolvierte ich zudem mein Praxissemester und schrieb meine Bachelorarbeit. Ich befasste mich hierfür mit Ratingagenturen in der Finanzindustrie und konnte Kollegen direkt fragen, wie eine Prüfung einer solchen Agentur abläuft – ein immenser Vorteil gegenüber Kommilitonen, die sich nur auf Literatur beziehen können“, betont sie. Auch das Controlling und die Revision, in der interne Prozesse auf ihren korrekten Ablauf hin geprüft werden, lernte sie kennen.

Master- und Werkstudentin

Mit ihrem dualen Studium hat Sarah Stubbe genau das Richtige für sich gefunden: „Mir gefällt die Mischung aus Kommunikation und Analyse, dem Kundenkontakt und dem Einarbeiten in komplexe Sachverhalte“, erzählt sie. Kein Wunder also, dass die 26-Jährige der BWL mit dem Master „Marktorientierte Unternehmensführung“ an der Technischen Hochschule Köln treu geblieben ist – und auch der Sparkasse KölnBonn als Werkstudentin.

Info

Studiengang: Betriebswirtschaftslehre

Ausbildungsberuf: Bankkauffrau
Unternehmen: Sparkasse KölnBonn
Hochschule: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Campus Rheinbach
Dauer: 4 Jahre
Abschlüsse: Bachelor of Science und IHK-Abschluss