Informatikkaufmann

Mehr als Programmieren

So viel wie möglich mitnehmen aus seiner Ausbildung möchte Dennis Wodzikowski. Der 21-Jährige wird beim Konsumgüterhersteller Henkel am Hauptsitz in Düsseldorf zum Informatikkaufmann ausgebildet. Der 21-Jährige arbeitet an der ­Schnittstelle zwischen IT- und kaufmännischem Bereich.

  • Wie können interne Abläufe mithilfe von IT verbessert werden? Welcher Mitarbeiter erhält welche Zugangsrechte? In seiner Ausbildung bekommt der 21-Jährige weitreichende Einblicke in die Unternehmensstruktur von Henkel. | Foto: Tobias Ebert
  • „Ich bin nie nur Zuschauer gewesen, sondern wurde von Beginn an in Projekte eingebunden“, sagt Dennis Wodzikowski über seine Ausbildung bei Henkel. | Foto: Tobias Ebert
  • Auch Kundengespräche im Außendienst gehören zum Ausbildungsalltag des angehenden Informatikkaufmanns. | Foto: Tobias Ebert

Als sich der Abiturient vor knapp drei Jahren bei Henkel beworben hatte, wollte er noch eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolvieren. „Im Vorstellungsgespräch hat mich der Personalverantwortliche jedoch auf das Berufsbild des Informatikkaufmannes aufmerksam gemacht“, berichtet er. „Das hat mich dazu gebracht, noch mal intensiv über meine Berufswahl nachzudenken.“

Letztlich gab er der Ausbildung zum Informatikkaufmann den Vorzug. „Ich habe festgestellt, dass sie einfach noch besser zu mir und meinen Fähigkeiten passt.“

Die Ausbildung ist sehr breit gefächert und hat nichts mit ­Im-stillen-Eck-Sitzen und ausschließlichem ­Programmieren zu tun.

Dennis Wodzikowski

Diese Entscheidung hat der 21-Jährige nicht bereut, was deutlich wird, wenn er von seinem Ausbildungsalltag erzählt: „Ich bin nie nur Zuschauer gewesen, sondern wurde von Beginn an in viele herausfordernde Projekte eingebunden. Ich will möglichst viel mitnehmen aus dieser sehr breit gefächerten Ausbildung, die nichts mit Im-stillen-Eck-Sitzen und ausschließlichem Programmieren zu tun hat.“

Arbeitsabläufe vereinfachen

Erste Einblicke in den Beruf nahm Dennis Wodzikowski, der mittlerweile im zweiten Jahr seiner Ausbildung ist, in der Einkaufsabteilung. Dort hat er Angebote von Lieferanten miteinander verglichen, Ausschreibungen vorbereitet und Lagerbestände geprüft. Darauf folgten sechs Monate im Personalwesen. „In dieser Zeit habe ich die komplette Unternehmensstruktur kennengelernt“, sagt der angehende Informatikkaufmann. Er war in ein Projekt eingebunden, das die Hierarchien bei Henkel visualisieren sollte – vom Vorstand bis zu den Produktionsmitarbeitern. „Es ging darum, Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Am Ende soll jeder Mitarbeiter wissen, wer für bestimmte Belange der richtige Ansprechpartner ist. Meine Aufgabe war es, mit Programmierern abzustimmen, welche Informationen auf der neu gestalteten internen Website zu sehen sein und welche Nutzungsrechte an welche Mitarbeiter vergeben werden sollen.“

Dieses Projekt hat der gebürtige Leverkusener in der IT-Abteilung weiterbegleitet. „Hier ging es dann tatsächlich ums Programmieren und um die Sicherung der Daten“, berichtet er. Folgende Fragen standen dabei im Fokus: Welche Daten müssen gesichtet werden? Wo und für wie lange werden sie gespeichert? Wo sind die Schnittstellen der einzelnen Systeme?

Problemlöser für die Kollegen

Im Bereich Laundry & Home Care war er schließlich als IT-Koordinator im Einsatz. „Da hat sich das typische Bild, das man gemeinhin von einem ITler hat, bestätigt. Meine Kollegen und ich waren gewissermaßen Troubleshooter für alle Mitarbeiter in diesem Bereich: Wenn jemand ein Problem hatte – egal ob mit Soft- oder Hardware –, hat er sich an uns gewandt“, fasst der Auszubildende seine Tätigkeiten zusammen.

Im Außendienst standen wiederum kaufmännische Aufgaben im Vordergrund. „Ich habe etwa Supermärkte besucht, unsere Beauty Care Produkte – von Duschgel bis Gesichtscreme – vorgestellt und in Erfahrung gebracht, worauf Kunden Wert legen und wie man unsere Produkte im Hinblick darauf verbessern kann.“

Eine Abteilung wartet noch auf den angehenden Informatikkaufmann. In der IT-Projektabteilung wird er wieder daran arbeiten, den Alltag der Henkel-Mitarbeiter zu vereinfachen. „Muss ein Mitarbeiter aus mehreren Datenbanken Daten filtern, soll das künftig über eine Benutzeroberfläche erfolgen, die automatische Verknüpfungen schafft. So wird es einfacher, aus einer riesigen Datenmenge die benötigten Infos herauszuziehen“, erläutert Dennis Wodzikowski. Hierfür erstellt er ein Konzept und bespricht mit Programmierern, wie man die Vorgaben am besten umsetzen kann.

Verkürzte Ausbildung

Ergänzend zu seinen vielfältigen Aufgaben im Unternehmen besucht der 21-Jährige die Berufsschule im dreimonatigen Blockunterricht. Auf dem Lehrplan stehen neben berufsübergreifenden Fächern wie Deutsch, Politik, Religion und Sport fachspezifische Inhalte wie IT-Systeme, Anwendungsentwicklung sowie Wirtschafts- und Geschäftsprozesse. Außerdem vertieft er seine Englischkenntnisse und lernt verschiedene Programmiersprachen.

Bald steht auch bereits die Abschlussprüfung für Dennis Wodzikowski an, der die dreijährige Ausbildung verkürzen wird. „Allerdings nicht aufgrund meines Abiturs. Jeder Auszubildende, egal welchen Abschluss er hat, ist bei Henkel gleichgestellt. Einzig gute Leistungen in der Ausbildung spielen eine Rolle. Wer die erbringt, kann die Ausbildung vorzeitig beenden.“ Nachdem ihm das gelungen ist, möchte er gerne bei Henkel weitere Berufserfahrung sammeln, „am liebsten im Projektmanagement“.

Info

Ausbildungsberuf: Informatikkaufmann

Unternehmen: Henkel AG & Co. KGaA
Reguläre Dauer: 3 Jahre