Duale Ausbildung

Rein in die Praxis!

Ein Auszubildender arbeitet an einer Maschine.

Egal ob kaufmännisch oder gewerblich: Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, kann im Betrieb von Anfang an mit anpacken. | Foto: Karsten Socher

Endlich selbst anpacken und schnell in die Berufswelt einsteigen – das ermöglicht die duale Berufsausbildung, die Azubis in einem Unternehmen oder in einer ­Institution sowie an der Berufsschule absolvieren. Von A wie Automobilkaufmann bis Z wie Zerspanungsmechanikerin ist für jeden etwas dabei.

Eine duale Ausbildung dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Mit der Hochschulreife ist es unter bestimmten Bedingungen möglich, diese Zeit zu verkürzen – wenn zum Beispiel ein gewisser Notenschnitt erreicht wird.

Die Auszubildenden wechseln zwischen zwei Lernorten. An drei bis vier Tagen in der Woche erlernen sie vor allem praktische und fachliche Fähigkeiten in ihrem Betrieb, an den verbleibenden Tagen wird ihnen an der Berufsschule theoretisches Fachwissen vermittelt. Alternativ kann der Unterricht auch blockweise – bis zu acht Wochen am Stück – stattfinden. Neben speziell auf den Beruf zugeschnittenen Fächern stehen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch oder Sozialkunde auf dem Stundenplan. Die Ausbildungsinhalte sind für jeden der aktuell 327 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe (davon 270 IHK-Berufe) festgelegt.

Rechtzeitig bewerben

Die Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz sind unterschiedlich. Die Unternehmen achten dabei nicht nur auf den Schulabschluss und gute Noten, sondern auch darauf, ob der Bewerber zu ihnen passt.

Wer sich für eine Stelle bewerben möchte, sollte die Termine für den Ausbildungsstart im Blick behalten. Größere Unternehmen schreiben ihre Ausbildungsstellen häufig bereits ein Jahr vor Beginn der Ausbildung aus.

Ausbildung plus

Wer noch mehr möchte, für den könnte eine Ausbildung mit Zusatzqualifikation das Richtige sein. Manche Angebote umfassen etwa Computerkurse, Sprachzertifikate oder interkulturelle Kompetenzen.

Auf Abiturienten zugeschnitten sind die sogenannten Abiturientenausbildungen. Zusätzlich zum regulären Ausbildungsabschluss absolvieren die Auszubildenden noch eine Weiterbildung. Ein Beispiel: Nach der Ausbildung zum/r ­Handelsfachwirt/in darf man sich sowohl Kaufmann/-frau im Einzelhandel als auch „Geprüfte/r Handelsfachwirt/in“ nennen.

Da geht noch mehr

Aber auch eine reguläre duale Ausbildung bietet eine fundierte Grundlage, um sich nach dem erfolgreichen Abschluss weiterzuqualifizieren und aufzusteigen. Interessierte können beispielsweise eine Weiterbildung zum Meister, Techniker, Fach- oder Betriebswirt anschließen – entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend. Entsprechende Lehrgänge werden unter anderem von den Industrie- und Handelskammern angeboten, die auch bei Fragen zur Finanzierung weiterhelfen. Zudem ist ein Studium nach der Ausbildung möglich.

Info

Was spricht für eine duale Ausbildung?

  • Das in der Berufsschule vermittelte Wissen lässt sich unmittelbar im Betriebsalltag anwenden.
  • Alles, was man lernt, bereitet gezielt auf den späteren Beruf vor.
  • Ein eigenes Einkommen gewährt finanzielle Sicherheit.
  • Die Unternehmen bilden in der Regel nach Bedarf aus. Die Chancen, übernommen zu werden, stehen daher meist gut.
  • Neben Weiterbildungen wie Techniker, Fachwirt oder Betriebswirt steht Abiturienten nach der Ausbildung auch der Weg an die Hochschule offen. Da Ausbildungsbetriebe gute Absolventen halten möchten, unterstützen sie häufig ein berufsbegleitendes Studium.